Verzeichnis der Fremdwörter jüdischen Ursprungs

Aschkenas mittelalterliche hebräische Bezeichnung für den deutschen Sprachraum, Deutschland, im weitesten Sinne auch Mittel- und Osteuropa.
Aw bet din wörtl. „Vater des Gerichtshofes“; Vorsteher der rabbinischen Gerichtsbarkeit; Landes- oder Oberrabbiner.
Bar Mizwa „Sohn des Gebots“. Festlichkeit zur religiösen Mündigkeit der Jungen im Alter von 13 Jahren. Der Junge liest zum ersten Mal in der Synagoge aus der Tora. Mädchen werden schon mit zwölf Jahren religionsmündig. Nur in Reformgemeinden werden für sie Bat Mizwa-Feiern gehalten.
B(e)dika Fleischbeschau durch den Rabbiner.
B(e)rit Mila Beschneidung; jedes Kind einer jüdischen Mutter ist unabhängig vom Vater Jude oder Jüdin. Äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zum Judentum, "Zeichen des Bundes" (Brit), ist für Knaben die Beschneidung am achten Tag nach der Geburt (in der Synagoge oder zu Hause, meist durch den Mohel, den Beschneider, vorgenommen), wobei auch der Vorname des Kindes verkündet wird. Bei Mädchen wird der Vorname in einer eigenen Zeremonie in der Synagoge verkündet (1. Mose, 17.10).
Bima Vorlesepult in der Synagoge.
Chanukka im Winter (25. Kislew bis 2. Tewet): achttägiges Lichterfest als Erinnerung an die Neueinweihung des Tempels in der Makkabäerzeit (164 v. d. Z.).
Chasan (Chasanim / Chasonim) Vorbeter, -sänger; Kantor, der den synagogalen Dienst leitet.
Cheder (Chadarim) „Zimmer“. jüdische Religions- bzw. Elementarschule, zumeist in der Privatwohnung des Lehrers.
Chewra (Chewrot) traditionelle jüdische Wohltätigkeitsgesellschaft.
Chewra Kadischa Beerdigungsbruderschaft oder -gesellschaft.
Chuppa Baldachindach, unter dem das Brautpaar bei der Trauungszeremonie steht.
Gabbaj, Gabbai (Gabbaim) führende Gemeindeposition; Almosenvorsteher; Steuerempfänger oder Synagogendiener, auch Vorsteher einer Chewra Kadischa.
Galut hebr. für Exil, Diaspora.
Haggada „Erzählung“. Im Gegensatz zur Halacha bezeichnet die Haggada die nicht-gesetzlichen Stoffe der jüdischen Überlieferung; enthält Mythen, Anekdoten, Fabeln und erbauliche Geschichten.
Halacha rabbinische Gesetzgebung zu religiösen Verpflichtungen, umfasst praktisch sämtliche Aspekte des menschlichen Verhaltens und Alltagslebens.
Haskala jüdische Aufklärungsbewegung im 18. und frühen 19. Jahrhundert für ein säkulares Wissen, verlief parallel zur Emanzipation und zur europäischen Aufklärung.
Jeschiwa (Jeschiwot) Talmudschule.
Jom Kippur im Herbst (10.Tischri): Versöhnungstag; höchster Feiertag, Fast- und Bußtag, Sühne für alle Sünden (Levitikus 23,27-32).
Kaddisch Trauergebet für das Seelenheil Verstorbener.
Kahal Medina Landjudenschaft
Kaschrut Reinheits- und Speisegebote.
Kahal oder Kehila jüdische Gemeinde.
Kiddusch Gebet zur Sabbatheiligung.
Kidduschin (Eheschließung) Die von einem Rabbiner geleitete Feier findet im Freien oder in der Synagoge, immer aber unter der Chuppa (Baldachin) statt. Die Trauung vollzieht der Bräutigam allein – „er nimmt sich eine Frau“ (ein gegenseitiges Versprechen gibt es nicht) – durch Ringübergabe, dann wird die von zwei Zeugen unterschriebene Ketubba (Ehevertrag) verlesen und der Rabbiner spricht den Segen.
Klezmer traditionelle jüdische Musik, zumeist osteuropäischer und chassidischer Herkunft.
Klezmorim Musiker, Musikanten.
Maskil Maskilim
Melamed (Melam(e)din Lehrer, Hebräischlehrer.
Mikwe rituelles Tauchbad.
Minhag (Minhagim) jüdischer Religionsbrauch, volksreligiöser Ritus.
Minyan / Minjan Mindestanzahl von zehn religionsmündigen Männern für einen Gottesdienst.
Mohel Beschneider
Omer (hebr. Garbe): Sieben Wochen zwischen Pessach- und Schawuotfest.
Parnas (Parnasim) Vorsteher, Vorgänger und Tributempfänger einer Landjudenschaft oder einer Gemeinde.
Pessach im Frühling (15.-21.Nisan): Fest des Auszuges aus Ägypten, Fest der ungesäuerten Brote (Mazzot), mit einem Mahl in der Familie.
Purim (14. Adar): Losfest. Fest in Erinnerung an die Errettung der Juden durch Ester im Perserreich des Hamman, von Kindern faschingsähnlich begangen.
Rabbiner Lehrer, Meister, religiöses und richterliches Oberhaupt einer jüdischen Gemeinde.
Responsum (Responsa) schriftliche Antwort rabbinischer Gelehrter auf Anfragen von Laien oder aber anderen Rabbinern.
Rosch Chodesch Neumondstag am Anfang des jüdischen Monats.
Rosch Ha-Schana im Herbst (1./2. Tischri): Neujahrsfest.
Schabbat Ruhetag, von Freitagabend bis Samstagnacht.
Schammes (eigentlich hebr. Schamasch) Synagogendiener.
Schawuot 50 Tage nach Pessach (6./7. Siwan): Wochenfest, Dank für Kornernte (biblische Zeit), Fest der Offenbarung Gottes am Sinai.
Schechita rituelle Schlachtung (Schächten).
Schulklopfer Gemeindebediensteter; Mann, der an die jüdischen Häuser klopft, um die männlichen Erwachsenen zum Gottesdienst zu rufen.
Sukkot eine Woche im Herbst (15. –23. Tischri): Laubhüttenfest: In Erinnerung an die Wüstenwanderung Israels werden Laubhütten aufgestellt. Am letzten Tag ist das Fest der Torafreude (Simchat Tora).
Synagoge griech. für „Zusammenkunft“ (s??a??); hebr. Bet ha-Knesset; jidd. Schul: Ort des Gebets, der Lehre und des Lernens.
Takkana (Takkanot) ein von Rabbinern gesetztes Recht in Form einer Entscheidung eines vorausgegangenen konkreten Problems, wohingegen Minhagim gewachsene, lokal praktizierte religiös-rituelle Bräuche darstellen.
Tallit Gebetsmantel
Talmud Sammlung jüdischer Religionsgesetze und Überlieferung aus der Zeit 200 v.d.Z. bis 500 n.d.Z.. Er besteht aus der Mischna und der Gemara, den rabbinischen Erörterungen der Mischna.
Tefilin Gebetsriemen und -kapseln (Phylakterien), die beim Gebet an Arm und Stirn der Männer getragen werden.
Tora jüdisches Religionsgesetz und religiöse Lehren, der Pentateuch (die fünf Bücher Mose).
Zedaka, Zadaka Mildtätigkeit, Armenfürsorge der Gemeinde.